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Karl Lorenz passed away 09-03
He was a doyen of the rhythmics movement in Germany, long-time chief editor of "Rhythmik in der Erziehung"
Karl Lorenz, doyen de la Rythmique en Allemagne, membre d’honneur de la FIER, est décédé le 3 septembre à l’âge de 94 ans. Voici l’hommage d’ Isabell Drosdek :

„ Hymnos an die Musen“

Von seiner Frau Thilde Lorenz erhielt ich die Nachricht über den stillen Abschied von Karl Lorenz, der am 03.08.2009 im Alter von 94 Jahren friedlich gegangen ist.

Wie das Yin- und Yang- Zeichen als Emblem des Festspielhauses Hellerau habe ich die Verbindung meines Lehrers, Mentors, Förderers und geistigen Vaters Karl Lorenz zu seiner Frau Thilde Lorenz erlebt.

Der Versuch sein Leben und Wirken in seiner ganzen Komplexität darzustellen würde ihm niemals ganz gerecht werden zu können.

Sehr vielfältig und bemerkenswert konnte sich Karl Lorenz in seinem beruflichen Leben als ausgebildeter Pianist und Rhythmiker im Sinne eines gelebten rhythmischen Lebens und für die Musik und deren grundständige Vermittlung einbringen.
Aus meinen Erinnerungen an ihn als vielseitigen und bemerkenswerten Mensch, Ehemann, Vater, Lehrer, Pianist, Rhythmiker, Komponist, Dozent, Publizist, Initiator von Projekten, Rhetoriker, Forschender, Förderer und Menschenfreund schreibe ich aus meiner Sicht in „Memorium“ an Karl Lorenz.

Als Schülerin der Remscheider Musikschule lernte ich ihn ab 1968 als Lehrer für elementare Musikerziehung und Klavier in der Musikschularbeit kennen, deren Leiter er war.
Unvergessen sind mir die „Offenen Sing- und Tanzstunden“, die alljährlich stattfindenden Krippenspiele im Stadttheater Remscheid, die musikalischen Spielkreise mit Blockflöten und den von ihm mitentwickelten Tischharfen, die Wettbewerbe „Jugend musiziert“ bei denen er Jurymitglied war, sein ganz auf die Bedürfnisse eines schöpferischen Familienlebens eingerichtetes Haus in Remscheid- Kremenholl, sein diplomatisches Verhandeln mit den Stadtvätern zum Erhalt der Jugendmusikschule Remscheid, sein autoloses Leben, seine musikpädagogischen Arrangements für das gemeinsame Musizieren, seine Kompositionen, seine Faszination für das Puppenspiel, seine Plattenaufnahmen, seine Fernsehsendungen, seine Einladung nach Herrischried, um im dortigen architektonisch interessanten Haus auf seinen geistigen Freundes Hugo Kükelhaus treffen zu können, der Aufbau seines mich früh faszinierenden historischen „Zentralarchivs Rhythmische Erziehung“, seine Reisen zu Zeitzeugen der Rhythmik, die Erzählungen aus seinem Leben als Zeuge des 20. Jahrhunderts, das Engagement für den Bundesverband Rhythmische Erziehung deren langjähriger Vorsitzende er war, die Auszeichnung des Bundesverdienstkreuzes am Bande für seine musikpädagogische Arbeit, die Leitung der „Internationalen Rhythmikseminare“ in der Akademie Remscheid, die Studientage auf Schloss Elmau, bei denen ich ihn assistierend begleiten durfte, Ehrenmitglied der „FIER“ und die Kontakte nach Genf ins Institut Jaques- Dalcroze, der Modellversuch „Rhythmik und Tanz in der Schule“, dem er sich nach seiner Pensionierung als Musikschulleiter widmete, die Besuche in den wechselnden sauerländischen Alterswohnsitzen des Ehepaares Lorenz, die Feier seines 85. Geburtstag in der Firma Schürholz, sein einleitend singend vorgetragener altgriechischer Hymnos an die Muse als „Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes Rhythmische Erziehung“ in der Akademie Remscheid, seine unermüdliche Arbeit als Schriftleiter und Herausgeber der Zeitschrift „Rhythmik in der Erziehung“, seine Tätigkeit als Publizist zahlreicher Artikel, seine Bücher „ Wege nach Hellerau“, 1993, mit Walter Sorell „ Über den Tanz hinaus“ und „Wege durch bewegte Zeiten“, 2001, mit dem Untertitel „Rückblick auf 85 Lebensjahre: Musik, Tanz, Rhythmik“.

Ich bin dankbar für die Begegnungen und Impulse von Karl Lorenz und verabschiede mich. Über den Tod von Karl Lorenz bin ich sehr traurig. Dieser zeitlos beispielhaft humorvolle human und sozial wirkender Mensch wird sehr fehlen. Seine in die Zukunft vorausschauende und bereichernde vielseitige Persönlichkeit kann uns heute noch als Vorbild dienen.

04.09.09
Isabell Drosdek



18th September 2009
Proposed by Paul Hille



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